| 2007/04 Deutschlandfunk |
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Schlüsselbund für Sesam - Multibiometrie öffnet Hochsicherheitstrakt
Informationstechnologie. - Biometrie wird in der elektronischen Welt immer wichtiger. Persönliche Merkmale, wie Fingerabdruck, Iris oder Gesicht einer Person, dienen als Ausweis, doch die verschiedenen Systeme sind nicht kompatibel. Die Universität der Bundeswehr in Neubiberg bei München hat die gängigen Methoden zu einem einheitlichen System zusammengefasst.
"Darunter ist zu verstehen, dass man unterschiedliche Biometrie-Scanner miteinander mit einer einzigen Applikation verwalten kann. Das heißt: wir kennen Fingerabdruckscanner, Irisscanner, Venenscanner, Gesichtsscanner, die alle von Haus aus einer eigene Software mitbringen. Wir haben alle in einer Software integriert. Wir wollen das deswegen, weil es einfacher ist mit einer Applikation zu arbeiten, als mit vier verschiedenen wo man die Daten nicht einmal miteinander austauschen kann." Das ist nun möglich und soll nicht nur bei der Bundeswehr Anwendung finden, sondern auch kommerziell genutzt werden. An der Bundeswehruniversität in Neubiberg ist das System schon im Einsatz. Die Soldaten gelangen beispielsweise nur ins Magazin oder in den Sportraum, wenn sie sich vorher scannen lassen und bereits im System erfasst sind - mit ihren Zugangsberechtigungen. Sauerland: "Das heißt: Beim ersten Einbuchen in das System gibt der Proband oder der Kunde seine biometrischen Merkmale in Form eines Fingerabdruckes, eines Gesichtsabdruckes oder eines Venenbildes ab, der durch einen Scanner aufgenommen wird. Aus diesem Bild wird dann eine Kennziffer errechnet, die noch codiert wird und diese wird dann im System gespeichert." Jedes neue Einbuchen in das System ist für die oder den, der einmal erfasst wurde einfach, denn es ist egal, welches Merkmal für welche Tür benötigt wird - es sind alle Merkmale erfasst und das System weiß, ob es einer, zwei oder gar vier Übereinstimmungen bedarf, wenn ein Raum betreten werden will. Schön ist auch, dass das Multibiometriesystem nicht an einen Standort gebunden ist. Alle Geräte haben weltweit gültige IP-Adressen. Und so kann der Systemadministrator zu Hause einem Mitarbeiter auch Zugang in entfernten Regionen besorgen. Sauerland: "Möglicherweise hat er eine Verspätung durch das Flugzeug oder ein anderes Transportmittel, kommt also während der normalen Bürozeit nicht mehr im Büro in New York an, er kann dann möglicherweise mit einem Anruf mit dem Handy den Administrator daheim anrufen und sagen: Bitte gib mir Zugang zu dem Raum im Gebäude So und So für zwei Stunden. Dann schaltet der Administrator ihn frei." Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Multibiometriescanner und die neue Software vor Ort installiert sind. Das ist natürlich heute noch nicht so, aber die Bundeswehrforscher sind sich sicher, dass sich ihr System am Markt durchsetzt. Zuständig dafür ist aber nicht die Armee. Die Firma Biometronix soll die potentiellen Kunden in aller Welt davon überzeugen, dass es einfacher ist, mit einem Gerät zu arbeiten, als mit vier Geräten. C. 2007 by Deutschlandfunk - dradio.de |
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